„Der Olympiapark ist Münchens architektonisches Wahrzeichen“


Münchner Architektur? Da werden viele mit den Schultern zucken oder allenfalls an BMW-Welt, Allianz Arena oder Olympiastadion denken. Dabei ist München, die Heimstatt der „Architektenmesse“ BAU, keinesfalls ein architektonisches Einöd. Es gibt eine Menge zu entdecken, was sich im Gespräch mit Stadtbaurätin Elisabeth Merk bestätigte.



Wohin steuert Münchens Architektur? Stadtbaurätin Elisabeth Merk will „Zukunftsfelder entwickeln“.


München ist weltbekannt durch das Oktoberfest und den FC Bayern. Die Architektur scheint in der öffentlichen Wahrnehmung eher eine untergeordnete Rolle zu spielen …

In gewisser Weise ja. Der FC Bayern und das Oktoberfest sind weltweit natürlich nicht zu toppen. Aber man verbindet auch Architektur mit München, vor allem die historisch gewachsene Altstadt als wiederaufgebautes Ensemble. München war in diesem Bereich ja zu 80 Prozent zerstört, das wissen viele nicht. Es ist eine historische Leistung, dass man es geschafft hat, den Charakter der Stadt über die Brüche der Zeit zu erhalten. Darüber hinaus, und da ist Ihre Einschätzung nicht ganz richtig, wird München weltweit mit dem Olympiapark assoziiert. Das ist ohne Zweifel Münchens architektonisches Markenzeichen.


Altstadt und Olympiapark, das ist Vergangenheit. Wie sehen, architektonisch betrachtet, Gegenwart und Zukunft aus?

Man darf sich sicher nicht auf den Labels Oktoberfest oder Olympiapark ausruhen, sondern muss auch Zukunftsfelder entwickeln. Ich denke an den Wissenschaftsstandort mit seinen Bauten; da könnte vielleicht noch mehr passieren. Garching ist gute Architektur, Institutsbau, aber keine Landmark. BMW Tower, Fußballstadion, das sind Highlights. Ich bin auch sehr gespannt, wie der neue Königshof wird. Oder der neue Hauptbahnhof mit einem geplanten Hochpunkt von 74 Metern am Starnberger Flügelbahnhof. Es gibt auch unspektakuläre bauliche Interventionen, die aber das Herz der Stadt sehr prägen. Dazu gehören sicher die Fünf Höfe, die Hofstatt, das Literaturhaus oder der Neubau der Synagoge am Jakobsplatz. Das sind alles architektonische Highlights, die aber auf einer anderen Maßstabsebene wirken.

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